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Vor dem Spiegel: Selbstbild im Alltag

  • Autorenbild: Corinna Fleiß
    Corinna Fleiß
  • 4. Aug. 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Abstrakt-illustratives Bild einer Figur, die vor einem wasserartigen Spiegel steht, in dem sich ihr bunt-kosmisches Inneres widerspiegelt.


Das, was da ist

Ich stehe im Bad. Der Spiegel hängt an seinem Platz. Ich bleibe einen Moment stehen.


Zuerst ist da nur mein Gesicht. Dann schaue ich länger hin. Der Blick wandert, bleibt hängen, geht weiter.


Gedanken tauchen auf – leise, fast beiläufig. Das passt nicht. Das auch nicht. Mein Körper antwortet schneller als mein Denken: ein Ziehen im Bauch, die Schultern werden schwer, der Stand etwas fester.


Ich schaue genauer. Je länger ich schaue, desto mehr sehe ich. Nicht alles gefällt mir. Der Spiegel sagt nichts dazu. Er zeigt nur das, was da ist.


Allmählich lasse ich die einzelnen Stellen los. Der Blick bleibt, aber er sucht nichts mehr. Ich stehe einfach da, so wie ich gerade bin. Der Atem kommt und geht, ohne dass ich ihn lenke.


Dann wende ich mich ab. Nicht, weil alles geklärt ist. Sondern weil der Moment vorbei ist. Ich greife nach meiner Jacke. Der Tag beginnt.



Viele Menschen kennen dieses stille Abwägen: sich ansehen, kritisch werden, etwas im Körper spüren. Es gehört zum Alltag, auch wenn kaum jemand darüber spricht.


Es darf da sein, ohne verändert werden zu müssen. Wahrnehmen reicht – und dann weitergehen.



Manchmal ist Bleiben genug und Gehen auch.



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Eine begleitende Übung im Übungsraum:


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